Ich bin dann mal agil!

02-05-18 | by Bettina Pepek | in organisation, kommunikation, leadership, change,

Neulich war ich eingeladen im Rahmen des Kongresses für Interimsmanagement in Salzburg zum Thema „Agile Leadership“ zu sprechen. Anlass war das Kongressthema „Family Business – Zukunft gestalten“. 

Kein anderes Wort ist derzeit so „in“ und auch in Gebrauch, wie Agilität. Das neue Zauberwort, das bei näherem Hinsehen rasch seinen Zauber verliert. 

Warum Agilität? Der Ursprung dafür ist das „Agile Manifest“, 2002 von führenden Softwareentwicklern in Amerika entwickelt. Die zentralen Prinzipien lauten unter anderem: 

  • Individuen und Interaktion über Werkzeuge und Prozessen
  • Funktionierende Software über umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden über Vertragsverhandlungen
  • Reagieren auf Veränderungen über Verfolgen eines Plans

Der Ursprung von Scrum war gemacht mit dem klaren Ziel Prozesse und Produktentwicklungen schneller und flexibler (!) zu gestalten. 

Adaptivität wird im Zuge der digitalen Transformation groß geschrieben: Agile Prinzipien, angewandt auf die gesamte Organisation machen uns fit für die Disruption. Agile Leadership revolutioniert Führung. Scrum, Design ThinkingHolacracy & Co sind dabei die Kraftkammer. 

Was für Start Ups funktioniert, muss für die Old Economy genauso gut sein. Und wer braucht eigentlich noch Führung?

Wenn’s doch nur so einfach wäre!

 

An dieser Stelle daher der Versuch zwischen Hype und Realität (und Erfahrung!) zu unterscheiden: 

Die gute Nachricht ist, dass agile Prinzipien unseren Methodenkoffer in der Produktentwicklung und im Organisationsdesign deutlich erweitern: Schnellere und flexiblere Prozesse, Methoden und Designs helfen uns für mehr Selbstorganisation, unterstützen uns dabei Entscheidungen zu treffen und entlasten damit auch Führung. Gerade im Zusammenspiel zwischen Hierarchie und Netzwerk, also dort wo Komplexität zunimmt, sind agile Methoden ein Trumpf.

Gewachsene Organisationen verfügen allerdings auch über Prozesse, die weder komplex, noch – wie beispielsweise Start Ups in der Gründungsphase – chaotisch sind. Sie sind bestimmt von simplen bzw. „nur“ komplizierten Rahmenbedingen und dafür stehen uns unverändert und erfolgreich etablierte Methoden wie bspw. Best Practice, Checklisten und die gute alte Besprechung zur Verfügung. 

Kommunikation spielt dabei freilich eine entscheidende Rolle: Die Abkehr vom Sender-Empfänger Prinzip hin zu einem systemischen Verständnis bildet den Rahmen. Auch und gerade im Umgang mit agilen Prinzipien!

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