(Ver-)Trau. Mir. Doch!

23-03-17 | by Anita Lung, Bettina Pepek | in komplexität, change, kommunikation, vertrauen, leadership,

Zehn Empfehlungen aus unserer (Kommunikations-)Praxis.

“Wir machen ja wirklich alles im Rahmen des Möglichen”, so neulich der Firmenchef eines nationalen mittelständischen Unternehmens in einem Führungskräfte-Workshop. „Wir sorgen für attraktive Bezahlung, wir geben Vergünstigungen für Pendler, wir bieten Sonderkonditionen für verschiedene Partnerfirmen. Wir ermöglichen flexible Arbeitsgestaltung. Dennoch werden unsere Führungskräfte in unserer jährlichen MitarbeiterInnen-Befragung in den letzten drei Jahren zusehends schlechter bewertet. Die Zufriedenheit insgesamt sinkt. Was sollen wir tun?“ 

Probieren Sie’s mal mit mehr Vertrauen!

Steigende Bedeutung für Führung

Führung hat die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, wo Menschen für sich und für die Organisation Verantwortung übernehmen können und nicht auf Anweisungen warten und wo sie die Möglichkeit haben, auf Überraschungen und unerwartete Ereignisse schnell zu reagieren. Das ist in einem Umfeld möglich, wo Vertrauen herrscht. Die Aufgabe von Führung ist immer mehr, Vertrauen aktiv zu stärken, und das heißt, am zwischenmenschlichen System zu arbeiten.

Wie kann Führung Vertrauen stärken?

Vertrauen können wir in einer Organisation nicht direkt herstellen, wir können nur Rahmenbedingungen gestalten. Empirische Untersuchungen zeigen zehn Bereiche auf, in denen Führungskräfte aktiv die Bedingungen für Vertrauen in der Organisation stärken können.

Die gemeinsame Klammer dabei ist: Kommunikation. Sie zeigen: Führen heißt, Kommunikation aktiv zu gestalten:

1. Worte und Taten müssen zusammen passen
Wenn Führungskräfte tun, was sie sagen, werden sie glaubwürdig und berechenbar. 

2. Rollenklarheit sichern
Klare Rollen geben Sicherheit, machen berechenbar und schützen somit vor Willkür.

3. Mit Diskretion handeln
Klingt selbstverständlich, ist es aber in Zeiten von Facebook, Twitter & Co nicht. Wenn wir nicht sicher sein können, wie mit unseren Mitteilungen umgegangen wird, werden wir weniger offen agieren. 

4. Übersicht über die Wissensbereiche schaffen
Zeigen Sie Transparenz über die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeiter!

5. Mehr fragen, als sagen
Schon Paul Watzlawick wusste: Achtsames Fragen, ehrliches Interesse am Mitarbeiter als Mensch, ob beruflich oder privat, festigt die Beziehungsebene.

6. Gemeinsame Sprache etablieren
Gemeinsam erarbeitete, klare und explizite Vereinbarungen über die Art und Weise der Zusammenarbeit, schaffen Orientierung für den Alltag.

7. Kommunikationsforen und Meetingkultur bewusst gestalten
Klare Kommunikationsstrukturen unterstützen den laufenden Dialog in der Organisation.

8. Informelle Kontakte pflegen
Informelle Beziehungen sind wertvolle Ressource jeder Organisation und der eigentliche Treiber der Entwicklung. Dafür Zeit und Raum zu bieten, ist auch Führungsaufgabe.

9. Großzügig sein
Geben ohne direkte Gegenleistung zu erwarten, drückt Vertrauen aus. 

10. Entscheidungen fair und transparent gestalten
Fairness messen die Mitarbeiter daran, ob offizielle Regeln für alle gleichermaßen gelten. An der Art der Entscheidungsfindung erkennen die Mitarbeiter, wie ernst etwas wirklich gemeint ist. Fairness erwächst auch dem Umgang miteinander, aus dem tatsächlich gelebten Respekt.