Eine Melange, ein Kipferl und einmal Change, bitte!

19-01-17 | by Bettina Pepek | in

Ein Rezept für erfolgreiche Veränderung? Sagen wir so: Ein Versuch!

In Wien pflegen wir eine wichtige Tradition: Morgendliche Business-Termine werden im Kaffeehaus abgehalten. Nirgendwo sonst lässt sich’s trefflicher in den Arbeitstag starten. So kommt es, dass mich neulich beim Frühstück im Wiener Café Landtmann – übrigens, einer DER Treffpunkte in Wien - mein Gegenüber fragt, ob ich so etwas wie ein Kochrezept für erfolgreiche Veränderungsprozesse hätte? Ganz ehrlich – nein! Und das nicht nur, weil wir in einem der traditionellsten Kaffeehäuser dieser Stadt sitzen.

Jedes Change-Projekt ist anders, weil jede Organisation ihre ganz eigene Kultur hat und so für sich ein eigenes System darstellt. Was ich allerdings anbieten kann, sind Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Projekten.

Schaffen Sie Energie, statt sie zu vergeuden!

Eine Beobachtung, die ich immer wieder mache – egal ob in der Wirtschaft oder in der Politik – ist der hartnäckige Versuch alle von einer Veränderung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Sinn und der Notwendigkeit selbiger zu überzeugen. Widerstände brechen, Konflikte vermeiden – wir wollen alle ins Boot holen. Meine knappe Analyse: Sie vergeuden Ihre Energien!

Wir wissen heute, dass rund 40 Prozent aller Betroffenen NICHT oder nur zögerlich mitgehen, daher meine klare Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf die restlichen 60 Prozent! Sie werden sehen, dass hier sehr viel mehr Bewegung entsteht und im Idealfall auch dazu beitragen wird, die Unentschlossenen auf Ihre Seite zu holen. 

Erstaunlich auch die Tatsache, dass selbst sehr erfolgreiche Unternehmen dazu neigen, alles anders „Weil besser“ machen zu wollen. „Weil wir jetzt alles anders machen, verändern wir uns“ lautet das Motto. Nun, Veränderung heißt nicht, alles anders zu machen oder die Dinge zwingend neu zu erfinden. Nicht selten „gelingt“ es mit diesem Ansatz, viele Veränderungswillige, nachhaltig zu demotivieren. Ganz einfach, weil ihre bisherige Arbeit in Frage gestellt wird. Fragen Sie sich (und Ihre Organisation) was hat bisher schon dazu beigetragen, dass wir es bis hierher geschafft haben? Was hat uns bisher schon erfolgreich gemacht? Wo sind unsere (vergrabenen) Schätze die wir wieder heben wollen. Ich versichere Ihnen, Sie werden für Ihre Veränderungsprojekte eine ganz andere, positivere und nachhaltigere Energie erzeugen.

Gemeinsame Geschichten schaffen Identität

Und natürlich – entwickeln Sie ein Narrativ für Ihr Veränderungsprojekt! Es macht einen Unterschied, ob Sie sich entlang einzelner Roadmaps, Prozess-Landkarten oder Organigramme verändern (oder glauben, es zu tun) oder ob ein Unternehmen einen geeigneten „Frame“ für seine künftige Ausrichtung entwickelt. Die Entwicklung neuer Stories bzw. der Umgang mit Unternehmensmythen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung von Identität: Welche Geschichten kursieren über Ihr Unternehmen? Welche Geschichten wollen wir, dass zukünftig erzählt werden? Ein Unternehmens-Narrativ zu entwickeln ist in Veränderungsprozessen essentieller Bestandteil. 

So gesehen ist wohl auch kein Zufall, dass ich gleich nach diesem Termin ins nur wenige Schritte entfernt liegende Burgtheater eile, um mir Karten für einen Abend mit Shakespeare zu sichern!

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