VERTRAUEN aus der Dose?

26-06-16 | by Jeanette Müller | in

Als Teenager wurde mir klar: Wir können entweder vertrauensbasiert oder angstmotiviert denken, entscheiden, handeln und gestalten. Und es hat Konsequenzen für uns und unser Umfeld. 

Mein Entschluss stand fest: Ich wollte mich von Vertrauen in mich, in andere 

Menschen und die Welt leiten lassen. 

Das Thema Vertrauen begleitete mich durch mein Studium und meine künstlerischen Arbeiten. In meiner Dissertation ging ich dann der Frage nach,

welche Bedeutung Vertrauen für Kooperationen und soziale und technische 

Innovationen in einer Gesellschaft hat, die von Vielfalt geprägt ist. 

Die Kurzzusammenfassung meiner Dissertation könnte lauten: „Vertrauen gestaltet Realität.“

Selbstvertrauen ist der erste Schritt zu Fremdvertrauen und die Basis von Kooperationsfreudigkeit. Kooperationen zwischen unterschiedlichen AkteurInnen begünstigen Kreativität und daraus resultierend Innovationen, die unsere Lebenswelten beeinflussen. (Müller 2009

Mut zu Kreativität, Selbstvertrauen und Lust an gemeinsamen Gestalten spielt eine wichtige Rolle für Menschen die in Teams arbeiten und ihre eigenen und die Potenziale des Unternehmens/der Organisation zur Entfaltung bringen wollen.  Dabei sind mein Street-Artists-Team und ich sehr gerne und farbenfroh behilflich. Mit meiner Methode SCIENCE GRAFFITI verbinde ich künstlerische Zugänge und systemtheoretische Einsichten. Ein System ist mehr als die Summe seiner Teile – und Science Graffiti sind immer das sichtbare Ergebnis eines systemisch-emergenten Prozesses: Kein/e TeilnehmerIn für sich alleine könnte sie hervorbringen. Science Graffiti sind quasi gelebte Systemtheorie – Emergenz wird bunt gefeiert. In SCIENCE GRAFFITI Workshops entstehen gesprayte Werke, die von allen TeilnehmerInnen gemeinsam geschaffen werden. Sie reflektieren Themen, die die Gruppe oder Organisationen beschäftigen, ihre Visionen oder Erfahrungen. 

Benefits der Science-Graffiti-Workshops

Sprayen stellte sich als für alle Altersstufen spannend und attraktiv heraus. Die meisten TeilnehmerInnen haben noch nie zuvor gesprayt und die Faszination des „Halblegalen“ ist nicht zu unter schätzen – Kartoffeldruck würde wahrscheinlich auf weniger Anklang stoßen. Wir zeichnen und gestalten gemeinsam Stencils, die dann kunstvoll gesprayt werden.

Kreativität wird nicht mehr als besondere Begabung einiger weniger oder an ein Werk gebunden begriffen. Kreativität wird vielmehr als „günstige Auswirkung spontaner Anpassung in zwischenmenschlichen Vorgängen und als wichtiges Ingrediens gesunden gesellschaftlichen Lebens betrachtet. Es wird davon ausgegangen, dass alle Menschen ‚kreativ‘ sein können“ (Spagnuolo Lobb & Amendt-Lyon 2003). Und wenn das Sprayen von Graffiti seinen Teil zu mehr Kreativität, Kooperationen und Innovationen beitragen kann – let’s spray!

REFERENZPROJEKTE (Auswahl)

SCIENCE GRAFFITI Leadership- and Teambuilding-Workshops u.a. für das AIT (Austrian Institute of Technology, Kepler Universität Linz (Communications Engeneering Department), Unizul Science Centre/SA, 2010 – 2015

EU-Projekt mit Schulen zum Thema: „Symbole für Europa“ mittels SCIENCE GRAFFITI Workshops, seit 2015

„Intercultural Learning Graffiti“- Workshops zu Globalem Lernen in Wien, Bratislava, Thailand /Koh Chang, Südafrika/Township Langa, Zululand, Johannesburg, für und im Auftrag von braintribe.org (Softwareentwicklung), 2010–2011

Wiener Festwochen „Into the City“: SCIENCE GRAFFITI Workshop „Check your Rules“, 2011

SCIENCE GRAFFITI Happening mit den PartnerInnen von „metalogikon“ (Netzwerk systemischer BeraterInnen) (http://www.metalogikon.com/), 2011

Visualisierung sozialer Hierarchien und relevanter Symbolik in der Jugendstrafanstalt Gerasdorf, 2011 und der Justizanstalt Wien-Favoriten, 2010 mittels SCIENCE GRAFFITI Workshops

LITERATUR


Müller, J. (2009), Vertrauen und Kreativität. Zur Bedeutung von Vertrauen und Kreativität für diversive AkteurInnen in Innovationsnetzwerken, Frankfurt/Main, Peter Lang.

Spagnuolo Lobb, M. & Amendt-Lyon, N. (Hg.) (2003), Creative License, Wien, New York, Springer Verlag

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