Die (Vor-)leserin
Bericht aus der Sommerfrische
Geht sich das aus? Satre und Beauvoir treffen auf Tradewives, Henry Miller und Anäis Nin nehmen Zuflucht auf einer mörderischen schottischen Insel und eine, die gern Briefe schreibt, trifft auf moderne Arbeitswelten.
All das ist möglich und sogar auf kleinstem Platz – meinem Liegestuhl.
Vier Lese-Empfehlungen aus der Sommerfrische!
„Liebe in Zeiten des Hasses” von Florian Illies
Florian Illies, Feuilleton-Chef der ZEIT erzählt über die großen Liebespaare der Kulturgeschichte – Sartre und Beauvoir, Klaus Mann, Henry Miller und Anaïs Nin – und lässt so ein ganzes Jahrzehnt zwischen Aufbruch und drohendem Untergang lebendig werden. Ein Buch über Menschen, die sich in politisch finsteren Zeiten an Nähe und Gefühl festhalten. Dieses Buch ist Teil seiner Trilogie, die mit „1913“ startete und ein bewegendes Zeitdokument Europas in und zwischen den Weltkriegen zeichnet.
„The Correspondent” von Virginia Evans
Nachdem die österreichische Post vergangenen Monat den bisher höchsten Rückgang im Briefgeschäft bekanntgab, küsst dieses Buch die Muse (hoffentlich) wieder wach. Ein Briefroman, der die Geschichte von Sybil Van Antwerp erzählt. Ein gelebtes Leben zwischen Freundschaften, Ehe, Scheidung, Krankheit, Tragödien und zahlreichen Briefen. Auch solchen, die nie abgeschickt wurden.
„Yesteryear” von Caro Claire Burke
Es waren hohe Erwartungshaltungen mit diesem Buch verbunden, schließlich wurde es bereits Ende 2025 als eines DER Bücher des neuen Jahres angekündigt. Spoiler: Alle meine Erwartungen wurden (über-)erfüllt. Burke ist nicht nur eine exzellente Beobachterin, sie hat vor allem auch Humor und Biss. Zwei Zeitebenen, viel Gesellschaftskritik – und ein kluger Blick darauf, wieviel Inszenierung in vermeintlicher „Echtheit” steckt.
„The Ending Writes Itself” von Evelyn Clarke
Kein Sommer ohne einen richtig guten Krimi. In diesem Fall bin ich Gast auf einer privaten schottischen Insel gemeinsam mit sechs Schriftsteller*innen, die eingeladen sind, den unvollendeten letzten Roman eines verstorbenen Bestsellerautors zu Ende zu schreiben – mit 72 Stunden Zeit, einer Million Dollar Preisgeld und jeder Menge Mordmotiv. Gleichzeitig eine clevere Satire auf den Literaturbetrieb selbst.
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Bettina Pepek für kommunikationsraum GmbH | Juli 2026